Jerome Boateng suchte beim "MitternachtsSport" den Kontakt mit den Jugendlichen
Bevor auch das von der Bundesliga-Stiftung unterstützte Projekt "MitternachtsSport Spandau" nach positiv turbulent verlaufenen vergangenen Monaten sich in die Sommerpause verabschiedete, hatte es noch eine große Überraschung für seine jugendlichen Besucher parat.
An jenem Tag hatte sich nämlich einer der Shooting-Stars des deutschen Fußballs zu später Stunde in der Sporthalle angekündigt: Jérôme Boateng, seines Zeichens Schirmherr des gewaltpräventiven Jugendprojektes sowie Gründungsmitglied des Spandauer Vereins "MitternachtsSport e.V. - Verein für interkulturelle Jugendsozialarbeit Berlin". Aufkreuzend in klassischer "MitternachtsSport-Montur" (kurze Hose, T-Shirt, Hallenschuhe und gute Laune) wurde Jérôme Boateng für eine Nacht einer von ihnen.
Nach ein paar einleitenden und herzlichen Grußworten des Initiators und Projektleiters des "MitternachtsSports", Ismail Öner, sowie Jérôme Boatengs ging es schließlich los. Wenn auch der Jubel der knapp 200 Jugendlichen zur Begrüßung des 22-jährigen Nationalspielers in der Halle sich kaum beruhigt hatte, wurde er Teil einer der Mannschaften, die hier nun, wie an jedem Wochenende, gegeneinander antreten.
Turnierform mit und gegen Boateng
Der Turnierablauf war seitens der Projektleitung derart konzipiert, so dass nahezu jeder anwesende Jugendliche zumindest einmal, wenn auch angesichts der Zeit für wenige Minuten, mit Jérôme Boateng auf dem Feld stehen sollte. Wenn nicht mit ihm, dann halt gegen ihn. Mit bzw. gegen jenen Jérôme Boateng, der sich bislang mit allen Größen des Weltfußballs messen konnte.
Und sofort zeigte Boateng auch beim "MitternachtsSport" seine unwiderstehliche Eleganz. Ballan- und mitnahme sowie Hackentricks wie aus einem Guss. Schöne Tore von Boateng obendrein. Boateng freute sich bei jedem Tor mit seinen Mannschaftskameraden. Applaudierte, feuerte an und klatschte ab. Schnell signalisierte er, wenn er den Ball zugespielt haben möchte oder ob doch jemand anderes in einer besseren Position stand.
Das alles hautnah zu erleben, grenzte für die meisten Jungs an einen Traum.
Nach der fast 90-minütigen "MitternachtsSport-Einheit", die in einer tollen Atmosphäre ablief, ging man anschließend über an die Erinnerungsfotos, Autogrammwünsche und Small-Talks ("Jérôme, wechselst du nun zu Bayern München?", "Jérôme, bist du besser als Messi?", "Jérôme, eigentlich wollte ich dich tunneln!" "Jérôme, bring´ bitte das nächste Mal Özil und deinen Bruder mit"). Boateng nahm sich auch hierfür ca. 90 Minuten Zeit, beantwortete geduldig und höflich jede ihm gestellte Frage und erfüllte noch so jeden Foto- und Autogrammwunsch.
Unterstützung der Bundesliga-Stiftung
Mit diesem Engagement ist Jerome Boateng nicht allein. So gibt es mit Manuel Schmiedebach von Hannover 96 einen weiteren Bundesliga Profi, der dem Projekt und dem Verein sehr nahe steht und sich stark für die Sache einsetzt.
Unter dem Motto: "Meine Stadt! Mein Verein! Mein Projekt!" holt seit nunmehr vier Jahren der "MitternachtsSport" im Berliner Bezirk Spandau mit dem nächtlichen sportpädagogischen Angebot an jedem einzelnen Wochenende, Freitag und Samstag in der Zeit von 21.00 Uhr bis 03.00 Uhr, hunderte (Spandauer) Jugendliche zu einer ungewöhnlichen und gefährlichen Zeit von der Straße und bietet ihnen an inzwischen 3 Standorten bzw. Sporthallen eine friedliche und sinnvolle aber vor allem auch gewaltpräventive Freizeitgestaltung an.
Im Projekt selbst gelten stets die goldenen Regeln des sozialen Zusammenlebens: Respekt! Toleranz! Fairplay! Die große Besonderheit des Spandauer Projektes liegt vor allem in der Verschmelzung des Mediums Sport, hier vor allem Fußball, mit der intensiven sozialpädagogischen Jugendarbeit – ein Projekt, das die Bundesliga-Stiftung daher seit vergangenem Jahr bereits gerne und mit voller Überzeugung unterstützt.