Ließen sich in St. Peter Ording von Wind und Regen die Laune nicht vermiesen: die geförderten Sportler der Deutschen Sporthilfe
Für Moana Delle waren die Witterungsbedingungen beim Kitesurf-Weltcup in St. Peter Ording nichts Ungewöhnliches. Als ambitionierte Surferin kennt sie den Wind und den Regen von unzähligen Trainings- und Wettfahrten nur zu gut. Radsportlerin Miriam Welte und Skeleton-Fahrerin Katharina Heinz fühlten sich trotz der widrigen Wettereinflüsse im Nordseeheilbad in Schleswig-Holstein aber auch sichtlich wohl. Die drei Patensportlerinnen der Bundesliga-Stiftung waren dem Ruf der Deutschen Sporthilfe gefolgt, die zum zweiten Mal nach 2010 zu einem sportlich-geselligen Event ihrer geförderten Nachwuchs-Elite geladen hatte.
Treffpunkt der Sportlerinnen und Sportler war das Sporthilfe-Zelt am Strand von St. Peter-Ording, dass im bunten und hippen Treiben des Kitesurf-Weltcups kaum auffiel. Vielleicht nicht ganz so schrill und laut wie die trendigen Szene-Nachbarn vermittelte es in diesem Umfeld dennoch den Eindruck eines jungen und modernen Selbstverständnisses der Sporthilfe und landete damit einen Volltreffer bei den Nachwuchs-Elitesportlern.
Anreise per Zug, mit dem Auto und aus der Luft
Trotz der für viele Athleten weiten Anreise in den hohen Norden kamen dreißig junge Sportler in das 150 Kilometer nordwestlich von Hamburg gelegene Nordseebad. Der Schnellste, wenn auch nicht der Erste, war Rennrodler Toni Eggert, der mit seinem Rodler-Kollegen Johannes Ludwig in einem gemieteten Ultraleichtflugzeug von Oberhof aus selbst eingeflogen kam.
Die teils heftigen Gewitter zwangen den mehrfachen Junioren-Weltmeister zu zwei Zwischenstopps. Der Hobbyflieger kurvte präzise um die Gewitterwolken herum und setzte mit leichter Verspätung auf dem Sportflugplatz in St. Peter-Ording auf, gerade noch rechtzeitig, um beim ersten gemeinsamen Grillen im Campus-Nordsee Gästehaus die anderen Nachwuchs-Elitesportler zu treffen, die - wie Gehörlosensportlerin Georgina Schneid oder Schütze Andreas Heise aus München oder wie Eisschnellläufer Robert Seifert aus Dresden - zum Teil eine ganztägige Anreise im Auto oder mit der Bahn hinter sich hatten.
Eine steife Brise im kühlen, nassen Norden
Sommer, Sonne, Strand und Meer – so hatte man sich bei der Organisation des Events den Samstag vorgestellt. Vormittags ein paar Schnupper-Übungen im Kitesurfen, etwas Windsurfen und Stand-Up-Paddling im seichten Meer, nachmittags Beachvolleyball, Sonnenbaden und die Kunststücke der Kitesurf-Profis bewundern, abends Barbecue am Strand und Beachparty im Lager der Kitesurfer. Angesichts kühler Temperaturen, einer "steifen Brise" mit Regenschauern und einer gewaltigen Brandung schienen diese Planungen ins Wasser zu fallen.
Doch nahezu unbeeindruckt trotzten die Nachwuchssportler in Neoprenanzügen und Wetterjacken den rauen Bedingungen, ritten mit den sonst eher trägen Boards des Stand-Up-Paddling auf den brechenden Wellen und versuchten am weitläufigen Strand in Teamarbeit die reißenden Kite-Schirme zu bändigen. Und vielleicht sind es gerade der aufgeweichte und nur noch barfuß passierbare Strand, die Open-Air-Beachparty im Dauerregen und das gemeinsame Aufwärmen im Sporthilfe-Zelt, die allen Teilnehmern als verbindende Erinnerungen im Gedächtnis bleiben und über die man beim nächsten Nachwuchselite-Event mit einem wissenden Lächeln schmunzelt.