04.09.2026
Franziska Fey eröffnete mit Fabian Grischkat und Prof. Dr. Karen Petry die diesjährige Denkfabrik, die unter dem Motto „Bewegung. Begegnung. Zukunft.“ stand. Fotos: Bundesliga Stiftung/ Witters
04.09.2026
Wie können wir Begegnungen schaffen, die Menschen verbinden? Welche Rolle spielt der Sport für Demokratie, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Denkfabrik der Bundesliga Stiftung am 3. September in Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Bewegung. Begegnung. Zukunft.“ kamen Vertreter*innen von Profifußball-Clubs, Sportvereinen, Universitäten, Stiftungen und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, um Impulse mitzunehmen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam neue Ansätze zu entwickeln.
Bereits am Vortag trafen sich CSR- und Nachhaltigkeitsverantwortliche der Clubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga zu einem Workshop rund um das Demokratie-Engagement des deutschen Profifußballs. In den Räumlichkeiten der Sporthilfe gab Nina Reip, Referentin für Demokratieförderung bei DOSB und dsj, einen fachlichen Impuls zum Spannungsfeld von Sport und Demokratie. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden, welche Haltung Sportorganisationen zu demokratischen Werten einnehmen können und wie bestehende Aktivitäten weiterentwickelt werden können. Ein Gallery Walk und der anschließende informelle Austausch rundeten den Auftakt ab.
Im Literaturhaus Frankfurt führte Moderatorin Merle Becker durch den Veranstaltungstag. Nach einem Auftaktgespräch mit unserer Vorstandsvorsitzenden Franziska Fey eröffneten zwei Keynotes den inhaltlichen Rahmen der Denkfabrik.
Journalist und „Newsfluencer“ Fabian Grischkat zeigte, welche Chancen und Herausforderungen digitale Räume für gesellschaftlichen Diskurs bieten. Anhand seiner Erfahrungen auf Social Media sprach er über die Macht von Sprache, den Dialog mit Menschen unterschiedlicher Perspektiven und die Bedeutung, bestehende Filterblasen bewusst zu verlassen.
Prof. Dr. Karen Petry von der Deutschen Sporthochschule Köln richtete den Blick auf den Sport. Sie stellte zentrale Erkenntnisse der von der Bundesliga Stiftung beauftragten Literaturanalyse zum Einfluss von Teamsport auf Miteinander, Teilhabe und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen vor. Dabei wurde deutlich: Sport entfaltet gesellschaftliche Wirkung nicht automatisch. Entscheidend sind die Rahmenbedingungen und die bewusste Gestaltung von Angeboten. Besonders hervorgehoben wurde das sogenannte „Bridging-Potenzial“ des Sports, also seine Fähigkeit, Menschen unterschiedlicher Hintergründe miteinander in Kontakt zu bringen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden beide Perspektiven zusammengeführt. Gemeinsam mit Franziska Fey diskutierten die Referent*innen darüber, wie Begegnungen sowohl im digitalen als auch im analogen Raum gelingen können und welche Rolle Sport dabei spielt. Die Teilnehmenden brachten eigene Fragen und Erfahrungen ein, die im anschließenden World Café weiter vertieft wurden.
Am Nachmittag stand das gemeinsame Arbeiten im Mittelpunkt. In zwei Workshop-Phasen konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven auf die Themen Begegnung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt kennenlernen.
Die Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie wissenschaftliche Erkenntnisse stärker in die Praxis übertragen werden können, wie aus Kontakt echte Begegnung entsteht und welche Rolle Offenheit dabei spielt. Weitere Sessions beleuchteten, wie Sportangebote im Sozialraum gezielt Begegnungen fördern und Netzwerke stärken können sowie wie junge Menschen durch Beteiligung und Mitgestaltung zu aktivem gesellschaftlichem Engagement ermutigt werden.
Der fachliche Austausch, konkrete Praxisbeispiele und die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmenden machten deutlich, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt dort wächst, wo Menschen miteinander in Kontakt kommen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln.
Den Schlusspunkt der Denkfabrik bildete der Blick auf digitale Begegnungsräume. Andrea Bonk, Leiterin Strategie und Kommunikation der Bundesliga Stiftung, verdeutlichte anhand aktueller Entwicklungen die Bedeutung sozialer Medien für die Lebenswirklichkeit junger Menschen. Dabei betonte sie, wie wichtig es ist, digitale Räume aktiv mitzugestalten und demokratische Werte auch dort sichtbar zu machen.
Anhand des TikTok-Kanals „The Beautiful Game“ zeigte sie, wie die Bundesliga Stiftung den Sport als Türöffner nutzt, um junge Menschen zu erreichen und gesellschaftliche Themen zugänglich zu machen. Ergänzt wurde dieser Impuls durch Demokratie-Influencer Rafid Kabir, der Einblicke in seine Arbeit auf TikTok gab. Er sprach darüber, wie politische Bildung auf Social Media funktionieren kann und warum der Dialog mit Menschen unterschiedlicher Meinungen ein zentraler Baustein seiner Arbeit ist.
Zum Abschluss fasste Franziska Fey die zentralen Erkenntnisse des Tages zusammen. Die Denkfabrik habe einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in Begegnungen steckt, wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und Menschen bereit sind, voneinander zu lernen. Mit diesem Gedanken verabschiedete sie die Teilnehmenden und ermutigte sie, weiterhin Räume für Austausch, Offenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schaffen.

Immer informiert bleiben – regelmäßige Updates über die Highlights unserer Stiftungsarbeit! Mit unserem Newsletter seid Ihr immer auf dem Laufenden und erhaltet Neuigkeiten und Wissenswertes über unsere Arbeit und die Aktionen unserer Partner.